Libettas Schumann

Oktober 20th, 2016

“Anspruchsvollen Klavierliebhabern wohlbekannt ist die elegante Nonchalance Francesco Libettas in einem virtuosen Repertoire, das außer dem allgegenwärtigen Liszt auch Werke von Saint-Saens, Alkan, Godowsky und viele andere Kostbarkeiten umfaßt. Auch ich kannte vor allem diese Seite des Pianisten aus Nardò, bis ich eines Morgens in Rimini hörte, wie er Schumanns Fantasie op. 17 übte (am Abend vorher hatte er die Aufführung eines Werks von Barraqué bei der Sagra Malatestiana geleitet).

Mich fesselte sein geradezu anti-sentimentaler Zugang zu einem Werk, das Schumann immerhin „eine herzzerreißende Klage“ genannt hatte, die an seine zukünftige Frau Clara Wieck gerichtet war. Libetta reinigte diese Musik von allem Anekdotischen des 19. Jahrhunderts und gab ihr das Wesentliche zurück, das die Jahrhunderte überdauert hat. Es war, als wenn von den Peinigungen einer unglücklichen Liebe (Robert hatte sich aufgrund von Widrigkeiten mit ihrem Vater von Clara trennen müssen) jetzt, nach fast zwei Jahrhunderten, nur der reinste Teil jenes Sentiments hervortrat, gewissermaßen die platonische Idee der Liebe.”

So der Mailänder Musikwissenschaftler, Kritiker und Pianist Luca Ciammarughi; am 11. November gibt es Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, wenn Francesco Libetta die Fantasie in einem Benefiz-Konzert für unsere Beethoven-Extravaganza vortragen wird. Einladungen zu diesem Konzert gibt es über persönlichen Kontakt oder unsere Crowdfunding-Aktion (s.u.) gegen eine Spende.

Konzert am 11.11.2016, 19 Uhr im Nullviernull-Tonstudio in der Theodorstraße 41 N (Haus 5) in Bahrenfeld. Nähere Hinweise HIER

Siehe auch hier !

Update Crowdfunding

September 23rd, 2016

Unser Crowdfunding ist nunmehr seit einigen Tagen in der Finanzierungsphase, und es darf gespendet werden ! Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir bereits 30% unseres Finanzierungsziels erreicht !
Hier geht es zur Crowdfunding-Plattform !

Crowdfunding für Beethoven-Sonaten

September 11th, 2016

Wir wollen im Juni 2017 alle 32 Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven aufführen !

Ob Testament oder Monument : sie sind ein GROSSES Werk, und wir wollen GROSSE Pianisten engagieren, die sie in acht Konzerten aufführen : Jörg Demus, Michael Levinas, Ronald Brautigam, Francesco Libetta.

Crowdfunding gab es wahrscheinlich schon in der Antike, auch wenn es nicht so hieß. Wir möchten an unserem Projekt möglichst viele teilhaben lassen, daher wollen wir es auf diesem Wege teilfinanzieren.

Für Spender gibt es viele schöne Belohnungen, u.a. ein ganz exklusives Benefiz-Sonderkonzert am 11.11. dieses Jahres mit Francesco LIBETTA im Nullviernull Tonstudio von Joja Wendt in Bahrenfeld - Für dieses Konzert kann man keine Karten kaufen, aber Spender können über die Crowdfunding-Plattform eine Einladung bekommen; Sonaten-Paten bekommen automatisch eine Einladung für zwei Personen !Nullviernull Tonstudio

Bereits das Bonner Beethoven-Denkmal wurde 1845 durch Crowdfunding finanziert, für das u.a. Schumann seine „Obolen auf Beethovens Monument“ schrieb, die als Fantasie in C op.17 bekannt wurden. Dieses Werk wird bei dem Benefiz-Konzert zu hören sein, mit dem restlichen Programm wird uns Francesco Libetta überraschen.

Aber selbst wenn Sie Beethoven nicht mögen oder die Klaviermusik, ist da immer noch das Kraut-Funding - gucken Sie mal rein …

https://hamvoba.viele-schaffen-mehr.de/beethoven

Wenn Sie sich als “Fan” registrieren, erhalten Sie Updates über den Fortgang des Projekts.

Unser Crowdfunding wird von der Hamburger Volksbank unterstützt: Für jede Spende ab 20 Euro gibt die Bank 10 Euro dazu; für alle Beiträge gibt es - außer den Belohnungen - Spendenquittungen !

Weitere Informationen hier auf unseren Webseiten.

Programmänderung

Mai 17th, 2016

Roger Woodward hat Änderungen an seinem Programm für den 3. Juni vorgenommen:
Statt der Etüden wird er die Préludes Heft 2 von Debussy spielen, und zwar in der ersten Hälfte, gefolgt von J.S. Bachs Chromatischer Fantasie und Fuge BWV 903.
Im zweiten Teil ein erweitertes Chopin-Programm mit neun Mazurken (nicht op. 50) und der 4. Ballade.

Schloß Reinbek

April 26th, 2016

Am 13. April haben wir unser erstes Konzert im Reinbeker Schloß veranstaltet. Mancher mag wohl denken, das sei “j.w.d.”, schwer zu erreichen, und nach dem Konzert mühselig, wieder nach Hause zu kommen. Jenen sei versichert, daß die S-Bahn sie direkt vor die Tür bringt und von dort auch wieder zurück. Ein Besuch lohnt sich, denn der Ort an sich ist auch als Museum sehenswert.

Der Festsaal, in dem die Konzerte stattfinden, hat einen großen, gut gepflegten Konzertflügel mit einem schönen Klang, der durch die gute Akustik des Saals hervorragend zur Geltung kommt. Dies wie auch die intime Atmosphäre des historischen Saals läßt jedes Konzert zu einem besonderen Erlebnis werden.

Der Schloßpark schließlich lädt in der Pause zum Lustwandeln ein - insbesondere natürlich an lauen Sommerabenden (das nächste Konzert ist am 3. Juni !). Einige Eindrücke gibt eine Diashow (bitte klicken Sie das Foto an):

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Emanuel Rimoldi bei NDR Kultur

März 7th, 2016

Am 15. Dezember letzten Jahres hat Emanuel Rimoldi, der bei uns im November 2014 zu Gast war, im Kleinen Sendesaal des NDR in Hannover ein Konzert gespielt, das vor ein paar Tagen gesendet wurde. Es kann hier nachgehört werden:
Ein Interview ist auch dabei ! Musik von J.S. Bach, Schumann, Schubert, Prokofiev, Tschaikowsky und Rachmaninoff

“Klassische Musik ist nicht für alle da” !

Februar 26th, 2016

Alexander Paley hat in der letzten Zeit wieder einige CDs veröffentlicht: zweimal Rameau und zuletzt Rachmaninoff und Medtner. Eine Besprechung letzterer findet sich hier.

Dazu gibt es auch ein Interview, aus dem ich hier nur eine charakteristische Antwort zitiere: Auf die Frage, ob sich das Publikum im Laufe seiner Karriere gewandelt habe und ob junge Menschen das Interesse an der Musik verlören, antwortet Sasha Paley - nie um eine Antwort verlegen, die dem Zeitgeist konträr und zuwiderläuft: “You have to understand I have a very strong and personal view about this. To me classical music is not for everybody. Music is a temple and not everybody should be allowed in. It is a privilege to play and listen to it and it should be earned through hard work and study. As for the audience, you should not go to the audience; they should come to you. The quality of a festival /concert series should not be lowered to try and get more audience.” Das ganze Interview

Zwei Konzerte am neuen Ort: Schloß Reinbek

Februar 18th, 2016

In diesem Jahr werden wir erstmals Konzerte auf Schloß Reinbek veranstalten. Der Festsaal dürfte vielen von Konzerten des Schleswig-Holstein Musikfestivals bekannt sein und scheint uns mit ca. 200 Plätzen eine ideale Göße zu haben.

Zunächst wird am Mittwoch, dem 13. April um 19h30 FRANCESCO LIBETTA ein wie gewohnt ungewöhnliches Programm spielen. Neben einer „wohlerzogenen“ Suite von Händel und Mazurken von Chopin spielt der “aristokratische Poet am Klavier” (New York Times) mit Beethovens op. 90 eine der im Konzert weniger präsenten Sonaten. Noch weniger bis gar nicht hört man die Etüden Carl Czernys auf der Bühne - selbst Czerny würde staunen - oder gar die seltsamen Gebilde, die Leopold Godowsky durch Bearbeitung von Chopins Etüden erschuf ! Mit Liszts Tannhäuser-Transkriptionen schließlich zieht Libetta alle Register der orchestralen Möglichkeiten seines Instruments — vermutlich, ohne mit der Wimper zu zucken ! Das detaillierte Programm findet sich auf unseren Webseiten : Programm 13.4.16 (s. auch Link in der rechten Spalte).

Bitte merken Sie auch schon das nächste Konzert mit ROGER WOODWARD am 3. Juni 2016, ebenfalls um 19h30 vor: Programm 3.6.16.

Wir hoffen, daß alle, die unsere Konzerte in der Vergangenheit besucht haben, auch ihren Weg nach Reinbek finden : Die S21 fährt alle 20 Minuten und braucht vom Hauptbahnhof 25 Minuten bis Reinbek; das Schloß liegt direkt am Bahnhof.

Karten können ab sofort hier bestellt werden - oder natürlich bei der Konzertkasse Gerdes oder jeder anderen bekannten VVK-Kasse, bei der Kulturkasse Reinbek sowie an der Abendkasse.

Mongolensturm

Juli 4th, 2015

Woran denken wir, wenn wir „Mongolen“ hören ? Richtig: Dschingis Khan, den Untergang des Abendlandes usw. !

Über das Jahr 1241 heißt es in der Kölner Königschronik. “In diesem Jahr drang zu uns die Kunde von einem verderbenschwangeren Unheil, das über das christliche Volk kam: dem Einbruch der Mongolen, von deren Grausamkeit uns die Ohren klingen und die Herzen beben.”[1]
Der Einfall der Mongolen in Ungarn und Polen schockierte das Abendland und rückte die lange unterschätzte Gefahr brutal in den Fokus der Aufmerksamkeit. Für die betroffenen Gebiete und den Rest Europas kamen die Horden plötzlich und aus dem Nichts. Ein Umstand, der die Legendenbildung beflügelte. [2]

Inzwischen sind die Mongolen etwas subtiler geworden – fast mehr noch als die Iren, die sich ab 400 p.Chr.n. des Westens Schottlands durch massives Einheiraten in die autochthone Bevölkerung bemächtigten : Sie erobern die Musik des Abendlandes.

Die Mongolei gehört zu den „riesigen Flächen Asiens“ und steht von der Größe her an 19. Stelle weltweit. Sie besteht allerdings hauptsächlich aus Steppe, Bergen und der Wüste Gobi; daher ist die Bevölkerungsdichte mit knapp 2 Einwohnern (von denen heute noch ca 30 % Nomaden sind) pro qkm sehr gering. Mehr als die Hälfte dieser Bevölkerung sind Buddhisten (um 1900 waren etwa 1/5 der Bevölkerung buddhistische Mönche).

Wir sind nun zwar ein Klaviermusik-Verein, das kann uns aber nicht daran hindern, auch andere Sparten der Musik am Rande wahrzunehmen. Dabei fällt die neuerdings häufige Assoziation von „Mongolei“ und italienischer Oper, deutschem Lied usw. auf, denn die mongolischen Baritone erobern die Opernbühnen. Zunächst noch etwas fremdartig klingende Namen werden bald den Freunden des Kunstgesangs kaum noch Probleme bereiten, denn wer „Luciano Pavarotti“ sagen kann, dem kommt bei ein bißchen Übung auch „Ariunbaatar Ganbaatar“ oder „Enkhbatyn Amartüvshin” problemlos über die Lippen.

Den baatar-Teil kennen wir bereits aus dem Namen der Hauptstadt der sog. “äußeren” Mongolei, Ulan Bator. Eine kurze Recherche findet, daß das soviel wie “Held” heißt (ulan dagegen “rot”), kein Wunder also, daß oben genannter Doppel-Held gleich zwei – nämlich die höchsten – Preise davontrug: den 1.Preis der Sparte “Gesang” und den Grand Prix des Wettbewerbs (es waren noch zwei weitere mongolische Kandidaten im Wettbewerb). Amartüvshin dagegen gewann beim letzten Wettbewerb vor vier Jahren den 2. Preis – und vor ein paar Wochen in Cardiff beim “Singer of the World”-Wettbewerb war er unter den Finalisten und wurde vom Publikum mit deren Preis geehrt. Das -yn in den Namen ist übrigens anscheinend das Genetiv-Morphem, welches das Patronym markiert.

Warum sind die Mongolen gerade im Gesang so stark ? Wahrscheinlich, weil sie als Nomaden jedes andere Instrument als lästig empfinden würden. Aber im Ernst: Auch Klavierliebhaber können sich den Helden-Bariton gerne einmal anhören, und sei es nur, um ein Publikum zu sehen, auf deren Gesichtern soviel Faszination wie echte Freude sich ausdrückt.

Zurück zum Klavier haben wir es nicht weit: Im Norden grenzt an die Mongolei die Republik Burjatien, die zu Sibirien und zur Russischen Föderation gehört, mit ihrer Hauptstadt Ulan-Ude; von dort kommt der Gewinner des 1. Preises in der Sparte Klavier, Dmitry Masleev, dem wir den – rein ideell dotierten – ProPiano-Sonderpreis für die besten Antworten auf das “Quiz” zuerkannt haben. Auch den Preis für sein Klavierspiel gönnen wir ihm von ganzem Herzen !

Nachhören kann man alles (Klavier, Gesang, Cello, Geige – von der 1. Runde bis zur Gala) dank medici.tv in exzellenter Qualität hier : http://tch15.medici.tv/en/
Dmitry Masleev: http://tch15.medici.tv/en/artist/dmitry-masleev
Ariunbaatar Ganbaatar:
http://tch15.medici.tv/en/artist/ariunbaatar-ganbaatar

[1] http://www.welt.de/kultur/history/article1004656/Mongolensturm-Die-Schlacht-bei-Liegnitz.html
[2] http://www.mongolen-dschingis-khan.de/seite-14.html - alles sehr aktuell !

XV. Tschaikowsky-Wettbewerb

Juni 17th, 2015

Heute hat die 1. Runde der Klavier-Sparte in einem der wichtigsten internationalen Wettbewerbe begonnen mit den ersten acht der insgesamt 36 Kandidaten, die die Auswahlrunde überstanden haben. Alle Vorspiele werden von medici.tv live “gestreamt”, können aber auch nachgehört werden, und zwar hier:
15. Tschaikowsky-Wettbewerb - Klavier

Mit dabei ist Emanuel Rimoldi, der im November vergangenen Jahres bei uns zu Gast war; sein Konzert der 1. Runde ist hier zu hören und zu sehen (und ist hörens- und sehenswert) :
Emanuel Rimoldi in der 1. Runde
- drücken wir ihm die Daumen !

Ab morgen laufen die 1. Runden in den Sparten Geige, Cello und Gesang parallel an.