Beethoven: Zwei Konzerte im Oktober

August 15th, 2017

Die beiden noch fehlenden Beethoven-Konzerte werden im Oktober nachgeholt, und zwar
Programm „Hammerklavier“ am Dienstag, dem 17. Oktober 2017, 19h30 mit Jean MULLER
Programm „Mondschein“ am Sonnabend, dem 28. Oktober 2017, 19h30 mit Julian TREVELYAN

Beide Konzerte finden in der KLANGMANUFAKTUR in der Wendenstraße 255 statt.

Karten à 20,00 Euro gibt es bei Gerdes in der Rothenbaumchaussee 77 (Tel. 45 33 26) oder bei uns.

10 Jahre ProPiano Hamburg

September 11th, 2017

champagne1x1Am 31. August 2007 haben wir bei mir in der Küche relativ spontan diesen Verein gegründet. Eigenlich wollten wir nur mal sehen, ob und wie das geht, und das Brahms-Jubiläum war der Anlaß. Am Anfang war alles ganz einfach: Der Verein war bereits nach wenigen Wochen im Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt !

Die Brahms-Veranstaltung im November 2008 mit drei Pianisten an drei Tagen eines Wochenendes war ziemlich aufwendig und (vorausgesehen) kostspielig; das sollte es eigentlich gewesen sein.

Es kam natürlich anders, denn seit der Brahms-Extravaganz sind knapp neun Jahre vergangen, in denen wir zwanzig Konzerte und zwei weitere Festivals (Alkan, Beethoven) veranstaltet haben, dabei immer sorgfältig unseren Amateur-Status wahrend.

Es sind 25 Künstler (24 Pianisten und ein Cellist) in unseren Konzerten aufgetreten, von denen 18 dabei ihr Hamburg-Debüt gaben. Der prominenteste unter letzteren (auch bereits zu dem Zeitpunkt) war sicherlich Daniil Trifonov.

Dabei ist es uns gelungen, all dies mit einem finanziellen Volumen von knapp 100.000 € durchzuführen, von denen wir ca. 62% durch Einnahmen aus Verkäufen (Karten, Anzeigen, Aufnahmerechte) selbst generieren konnten. Die sog. „Öffentliche Hand“ hat uns in den zehn Jahren immerhin mit 1,68% ausgeholfen.

Unsere Konzerte haben an verschiedenen Orten stattgefunden: die ersten in der Freien Akademie der Künste, eine ganze Reihe kleinerer Konzerte im Bechstein-Centrum (Europa-Passage, später Chilehaus); einige Male haben wir uns in den Kleinen Saal der Laeiszhalle gewagt, und für Alkan und Beethoven konnten wir die Englische Kirche buchen.

Zuletzt haben wir 2016 zwei Konzerte im Reinbeker Schloß veranstaltet. Dieser Ort, der viele Vorteile hat, war leider offenbar vielen zu weit weg; das ist besonders bedauerlich, weil das Ambiente eigentlich sehr attraktiv und für unsere Konzerte passend ist. Demnächst werden wir mit zwei Konzerten die Klangmanufaktur ausprobieren, und für den 9.6.2018 ist ein Konzert im Kleinen Saal der Elbphilharmonie geplant.

Zum Zeitpunkt der Gründung gab es außer den Konzerten der Großen (Agenturen), die die ganze Saison mit ihrem Jahres-Programm in den großen Konzersälen in aller Welt auftreten, nicht viele Klavier-Recitals auf professionellem Niveau in Hamburg. Das hieß, daß viele hervorragende Pianisten, die anderswo einen großen Ruf hatten, kaum jemals Gelegenheit haben würden, in Hamburg aufzutreten. Unser erklärtes Ziel war es, an diesem Punkt Abhilfe zu schaffen, ohne in irgendeiner Weise in Konkurrenz mit anderen Veranstaltern zu treten.

Inzwischen gibt es die Elbphilharmanie, die im Geld schwimmt (z.Zt. ca. 60.000 € pro Kalendertag nur aus Steuergeldern - der “Öffentlichen Hand”) und gleich zwei Klavier-Reihen aufgemacht hat, in der Pianisten auftreten, wie wir sie typischerweise einladen würden. Es ist klar und kann weder verwundern noch enttäuschen, daß den meisten (Künstlern wie auch Konzertbesuchern) die Wahl nicht schwerfällt, wenn die Alternativen „Elbphilharmonie“ und „ProPiano Hamburg“ heißen (wobei nicht unterschlagen werden darf, daß kurioserweise gerade jetzt einige weitere kleinere Veranstalter sich um Klaviermusik bemühen).

Wir sind also eigentlich überflüssig geworden. Andererseits ist noch das eine oder andere mehr oder weniger fest in Planung, und auch Ideen gibt es genug. Also wer weiß …

Beethoven-Rezeption heute

August 29th, 2017

Szene aus Léon der Profi

Das ist Stansfield, der korrupte Psychopath aus dem Drogendezernat:
I like these calm little moments before the storm … it reminds me of Beethoven …Can you hear it ? It’s like when you put your head to the grass, you can hear it crawling … you can hear the insects …
[brief change of scene]

Do you like Beethoven ? I’ll play you some. [Shoots a few people with (what I think may be) a submachine gun, including a young woman in a bath tub, getting more and more excited, making movements as if conducting ... confronts big bully, who is shivering with fear] :
“You don’t like Beethoven ! You don’t know what you’re missing … overtures like that get my … juices flowing … so powerful. But after his openings – to be honest – he does tend to get a little f***ing boring. That’s why I stopped. [shooting, presumably - laughs]
[brief change of scene]

[points finger at big bully] : You’re a Mozart fan ! I love him, too. [with opera singer-like voice:] I loooove Mozart. [with a voice slightly higher pitched and a mild accent] He was Austrian, you know. But for this kind of work [moves fingers along shelf as if playing the piano] he was a little bit light. So I tend to go … for the heavier guys.
[brief change of scene to Rasta hitman picking up a record called “Marcus’ Children” by Burning Spear – which contains tracks like "Marcus Say Jah No Dead", „Social Living“ and „Civilized Reggae“]

[Stansfield turns away from shivering bully, saying] Check out Brahms – he’s good, too.

Derselbe Mann war im selben Jahr Beethoven selbst in Immortal Beloved :

Wer kam wohl zuerst : Stansfield oder Beehoven ?

Julian Trevelyan morgen beim Busoni-Wettbewerb

August 24th, 2017

Julian ist zur Zeit in Bozen beim Busoni-Wettbewerb; morgen (25.8.2019) um 11h45 ist sein Halbfinalskonzert. Wer möchte, kann ihn im Live-Stream hören, und zwar hier.
Bei uns in Hamburg wieder am 28. Oktober (s.u.).

Luitpold-Preis für Julian Trevelyan

Juli 30th, 2017

Julian Trevelyan, den wir kürzlich als Beethoven-Interpreten kennenlernen konnten, ist beim Kissinger Sommer mit dem diesjährigen Luitpold-Preis ausgezeichnet worden - herzlichen Glückwunsch !

Spektakel

Juli 20th, 2017

Im 50. Jahr nach Veröffentlichung des „Manifests“ der Situationistischen Internationale, „La Société du Spectacle“ von Guy Debord, wenden auch wir uns mit unseren kleinen Mitteln dem Spektakel zu - ich bitte um Entschuldigung, wenn ich damit geringfügig vom Thema abweiche.

Eigentlich gehe ich nicht mehr ins Kino, aber heute hat mich der Teufel geritten, und teils durch den Namen Bill Nighy auf dem Plakat gelockt, teils durch Ferienstimmung ermuntert, sah ich den englischen Film “Ihre beste Stunde” - ein etwas nichtssagender Titel, der im Original - “Their Finest Hour” - alles andere ist.

Der Film läßt sich gugln und der Inhalt nachlesen: Er spielt 1940 in England, und es geht um die Herstellung eines Propaganda-Films anläßlich der Evakuierung von Dünkirchen. Ein Film in bester englischer Tradition, den man sich gut ansehen kann: ein bißchen chauvinistisch, ein bißchen sentimental - ein Melodram, aber mit starken humoristischen Seiten. Nach 90 Minuten war der Film zuende.

Aber dann kam plötzlich ein völlig unvorhersehbarer dramaturgischer Bruch, und er wurde zu dem, was er unterschwellig bereits von Anfang an gewesen war: nicht ein Film über die Produktion eines Propaganda-Films im Zweiten Weltkrieg, sondern ein Brexit-Propagandafilm - gewissermaßen ein Meta-Film zu dem, der vorherging ! Anders läßt sich die Existenz der letzten halben Stunde - jedenfalls für mich - nicht erklären.

Allerdings frage ich mich, inwieweit die jüngeren Engländer das Thema der „little ships“ aus der berühmten Radio-Sendung von J.B. Priestley erkennen (“the little holiday steamers made an excursion to hell and came back glorious” [...] „so typical of us [English], so absurd, and yet so grand and gallant“), und ob sie alle mit der St. Crispin’s Day-Rede von Heinrich V. vertraut sind, die Jeremy Irons als Außenminister in dem Film mehr oder weniger vage zitiert ?

Die Brexit-Propaganda geht übrigens weiter, u.a. schließt sich im nächsten Jahr nahtlos ein weiterer Film an, dessen Titel nicht nur ebenfalls eine Rede von Churchill zitiert, („Darkest Hour“), sondern in dem der berühmte Redner ( „we shall fight on the beaches …” etc.) selbst eine zentrale Rolle spielt; mit keinem geringeren als dem fabelhaften Beethoven-Darsteller (aha !) Gary Oldman (“Immortal Beloved”) als Churchill.

Demnächst mehr Spektakel !

Zugaben

Juli 8th, 2017

Etwas verspätet hier noch die Liste der Zugaben bei unserer Beethoven-Extravaganza:
Jean Muller: Chopin, Nocturne b-moll op. 9/1 - Chopin, Polonaise As-Dur op. 53 “Héroique”
Sergey Koudriakov: Chopin, Nocturne c-moll op. 48/1 - Beethoven, Albumblatt “Für Elise” WoO 59
Julian Trevelyan: Lyadow, Eine musikalische Schnupftabaksdose
Mélodie Zhao: Liszt, Ungarische Rhapsodie Nr. 2 (Teil)
Werner Bärtschi: Bärtschi, Pensando

Doping für Flügel

Juni 14th, 2017

Dem einen oder anderen Besucher der Konzerte am Wochenende mag aufgefallen sein, daß Jean Muller den Flügel vor den Konzerten präpariert hat, und zwar durch Auflegen von optisch besonders ansprechenden Klötzchen. Es ist unwahrscheinlich, daß jemand wußte, worum es sich dabei handelte, denn von diesem “Performance Enhancing System” der Marke Instrumagic wurden lediglich fünf Exemplare hergestellt, da ein verbautes Material so selten ist, daß es zu einem sechsten nicht gereicht hat. instrumagic
Seine Aufgabe ist es - so heißt es auf der Hersteller-Seite - “an spezifischen Resonanzpunkten des Instruments den Energiefluss der Schwingungen durch Harmonisierung zu optimieren und zu erleichtern”. Klingt esoterisch, aber Jean Muller bekräftigt, daß es wirkt. Davon sind auch die anderen beiden Pianisten, die solch ein Set ihr Eigen nennen, überzeugt: Daniil Trifonov und Leif Ove Andsnes; die beiden restlichen gehören den Cheftechnikern von zwei großen deutschen Konzerthäusern. instrumagic_in

Beethoven : Programmänderung

Juni 8th, 2017

Michael Levinas ist leider erkrankt, daher ergeben sich folgende Änderungen:

Konzert 1 am Freitag abend : Jean Muller wird das Programm “Pastorale” spielen, das für Sonnabend nachmittag vorgesehen war. Das Konzert “Mondschein” wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Konzert 3. “Hammerklavier” am Sonnabend abend in der Klangmanufaktur muß leider ausfallen; es wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Hammerklavier in Hammerbrook !

Juni 2nd, 2017

Ausnahmsweise wird das 3. Konzert der Beethoven-Klaviersonaten (“Hammerklavier” am 10. Juni abends) NICHT in der Englischen Kirche stattfinden, sondern in der Klangmanufaktur in der Wendenstraße 255; der Beginn des Konzerts wird auf 20h15 verschoben.
Das gilt NUR für dieses eine Konzert; alle anderen finden wie angekündigt in der Englischen Kirche statt.
Mehr über die Klangmanufaktur hier!
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